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24.01.2012:
Badische Zeitung

Ausgabe Kaiserstuhl

"Wollen weiter zu den Besten zählen"
WG Oberbergen steigerte 2010/2011 Umsatz auf 9,1 Millionen Euro / Rainer Gut neuer stellvertretender Vorstandsvorsitzender.

VOGTSBURG-OBERBERGEN. Die Winzergenossenschaft Oberbergen blickt zufrieden auf das Geschäftsjahr 2010/11 (1. Juli ? 30. Juni). Mit 9,1 Millionen Euro stieg der Umsatz um 9 Prozent auf Rekordniveau. Auch der Ernteertrag lag 2011 mit 128 Kilogram je Ar deutlich höher als im Vorjahr (99 Kilogramm).
Dass dennoch keine Euphorie herrscht, liegt an den geringen Beständen. In ihrer Jahreshauptversammlung wählten die Winzer Rainer Gut zum neuen stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden.

Per 30. Juni 2011 lagerten nur noch 2,2 Millionen Liter Wein in den Kellern der Genossenschaft. Dieser Bestand reicht rechnerisch für 8,5 Verkaufsmonate und ist damit der niedrigste seit Ende der 1990er Jahre. "Wir fahren derzeit mit angezogener Handbremse", bedauerte Geschäftsführer Rolf Hofschneider in seinem Bericht. In den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres 2011/2012 führte das zu einem Absatzrückgang von 19 Prozent. Die Umsätze sanken jedoch nur um 4 Prozent.

Ihre Erfolge aus dem Geschäftsjahr 2010/2011 brauche die WG nicht unter den Teppich zu kehren. "Unsere hervorragenden Qualitäten wurden wieder vielfach prämiert", freute sich Hofschneider und bedankte sich bei den Winzern für ihre ausgezeichnete Arbeit im Weinberg.

Im Berichtszeitraum stieg die Absatzmenge um 15,3 Prozent von 2,8 Millionen auf 3,2 Millionen Liter. Zum Teil sind aber Kontraktverschiebungen für das zweistellige Plus verantwortlich. Je 41 Prozent der Weine wurden über den Fachhandel und den Lebensmitteleinzelhandel verkauft, 6 Prozent an die Gastronomie und 12 Prozent an Endverbraucher. Der Durchschnittserlös ging um 16 Cent auf 2,80 Euro je Liter zurück. Gleichzeitig konnten aber auch die Kosten gesenkt werden. Der Anteil an 0,75-Literflaschen stieg weiter von 1,8 auf knapp 2 Millionen Stück. Die Sortenstruktur blieb nahezu unverändert. Auf der geringfügig gestiegenen Ertragsrebfläche von 344 Hektar (Vorjahr: 338 Hektar) wurde zu 35 Prozent Müller-Thurgau angebaut. 29 Prozent sind mit Spätburgundertrauben bestockt, 24 Prozent mit Ruländer und 9 Prozent mit Weißburgunder.

Die Auszahlung an die 456 Mitglieder liege weiterhin im Spitzenbereich am Kaiserstuhl, so Hofschneider. Die WG Oberbergen spiele in einer Liga, in der hart gekämpft werde. "Wir wollen weiter zu den Besten zählen, und ich zähle auf Euch!", beschwor er die Winzer.

Auch der Vorstandsvorsitzende Friedrich Schill bescheinigte den Genossenschaftswinzern ein engagiertes, diszipliniertes Arbeiten im Weinberg und sprach dem Kellerteam ein Lob für die exzellente Weiterverarbeitung der Trauben aus. So freue er sich, dass die WG Oberbergen zum dritten Mal in Folge einen Wein aus Traubenteilung für die Berlinale liefert. Positiv sei außerdem, dass die Gemeinschaftswerbung nach den Querelen der vergangenen Jahre wieder auf einem guten Weg sei. "Im persönlichen Gespräch mit den Kunden liegt aber ebenfalls ein großer Nutzen", erinnerte Schill.
Bewusst keine Fusion eingegangen

Im Geschäftsjahr 2010/2011 wurde in eine neue Etikettiermaschine und Förderbänder investiert. Außerdem wurden Fässer im Holzfasskeller restauriert. Die Baugenehmigung für die Überdachung und Neugestaltung des Betriebshofes wird im Laufe des Frühjahrs 2012 erwartet.

Der Aufsichtsratsvorsitzende Kilian Schneider bescheinigte der WG eine solide Geschäftsentwicklung: "Die Flächen in Oberbergen gehören zu den am besten bewirtschafteten in Baden." Der Betrieb habe eine optimale Auslastung, befinde sich aber an der Grenze seiner Kühlkapazitäten. Aus dem Fusionsroulette habe sich Oberbergen bewusst herausgehalten und setze weiterhin auf moderates beziehungsweise "inneres" Wachstum. Kellermeister Wolfgang Schupp bezeichnete 2011 als Traumherbst. Dieser endete am 12. Januar 2012 mit einer Weißburgunder-Trockenbeerenauslese mit 165 Grad Oechsle. Die jungen Weißweine seien sehr frisch und lebendig mit deutlicher Fruchtkomponente. Die Rotweine präsentieren sich kräftig und strukturreich.

Wahlen: Bei den turnusmäßigen Wahlen stellte der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Gottfried Gut sein Amt zur Verfügung. Zu seinem Nachfolger wurde Rainer Gut gewählt. Aufsichtsrat Bernd Gut wurde im Amt bestätigt. Bernhard Flesch stellte sich nicht zur Wiederwahl. Für ihn wurde Bernd Strub neu in den Aufsichtsrat gewählt.

Kontakt und weitere Informationen: WG Oberbergen, Telefon 07662/94600, http://www.wg-oberbergen.com


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